Bindungs- und Entwicklungstrauma

Bindung, Nervensystem und Beziehungserleben

Selbstkontakt, Bindung &Lebendigkeit

Wie frühe Erfahrungen im Körper weiterwirken

Bindungstrauma beschreibt die Folgen früher Beziehungserfahrungen, in denen Sicherheit, Verlässlichkeit oder emotionale Einstimmung gefehlt haben. Wenn wir als Baby oder Kleinkind nicht ausreichend gehalten, gesehen oder geschützt wurden, kann das tiefe Spuren im Nervensystem, im Körpererleben und im Selbstbild hinterlassen.

Viele dieser Prägungen wirken unbewusst weiter. Vielleicht verstehst du kognitiv, dass bestimmte Verhaltensweisen oder Beziehungsmuster dir heute nicht mehr dienen – und dennoch scheint es, als würdest du immer wieder automatisch in alte Reaktionen zurückfallen. Diese Muster sind keine bewussten Entscheidungen, sondern Ausdruck früher Überlebensstrategien, die sich im Körper und im Nervensystem verankert haben.

Bindungstrauma kann sich unter anderem zeigen durch:

  • Schwierigkeiten, Vertrauen aufzubauen oder Nähe zuzulassen

  • Angst vor Verlassenwerden oder starke Anpassung in Beziehungen

  • Unsicherheit in Bezug auf eigene Bedürfnisse und Grenzen

  • das Gefühl, emotional nicht wirklich sicher oder verbunden zu sein

Der Körper reagiert dabei oft mit chronischer Anspannung oder Stressreaktionen. Langfristig kann dies auch mit psychosomatischen Beschwerden, Erschöpfung oder einer erhöhten Stressanfälligkeit einhergehen.

Entwicklungstrauma bezieht sich auf belastende Erfahrungen, die die gesunde Entwicklung eines Kindes über längere Zeit beeinträchtigen. Dazu zählen unter anderem emotionale Vernachlässigung, Gewalt, Missbrauch oder ein dauerhaft unsicheres Umfeld. Diese Erfahrungen können die Fähigkeit zur Selbstregulation, zur emotionalen Stabilität und zu tragfähigen Beziehungen nachhaltig beeinflussen.

In der körperorientierten Traumatherapie und der NARM-Therapie liegt der Fokus darauf, die Verbindung zwischen Körper, Emotionen und Denken wieder zu stärken. Anstatt traumatische Erfahrungen erneut zu durchleben, arbeiten wir im Hier und Jetzt mit dem, was sich im Körper und im Nervensystem zeigt.

Durch die behutsame Wahrnehmung von Körperempfindungen, Emotionen und Beziehungsmustern lernst du, deine bisherigen Schutz- und Überlebensstrategien zu erkennen und ihnen aus einer erwachsenen, gegenwärtigen Perspektive zu begegnen. Dadurch kann sich die Fähigkeit zur Selbstregulation, zu innerer Sicherheit und zu stimmigem Kontakt allmählich entwickeln.

Mit der Zeit können sich festgefahrene Verhaltensweisen lösen und neue Erfahrungen von Beziehung, Selbstkontakt und innerer Stabilität entstehen – sowohl in der Beziehung zu dir selbst als auch zu anderen Menschen.